Beigeordneter Thomas Merz Am 23. April 2010 fand der dritte Empfang der Verbandsgemeinde Herxheim im Dorfgemeinschaftshaus der Ortsgemeinde Herxheimweyher statt. Im Rahmen des Programms stellte u.a. Beigeordneter Thomas Merz aus seinem Geschäftsbereich die Arbeit der Verbandsgemeinde-Jugendpflege dar. Im Folgenden können Sie die von Thomas Merz gehaltene Rede nachlesen.
"Sehr geehrte Damen und Herren,
sehr geehrte Gäste,
ich freue mich, Ihnen heute Abend im Rahmen des 3. Empfangs der Verbandsgemeinde Herxheim die Kinder- und Jugendarbeit in der Verbandsgemeinde Herxheim vorstellen und näher bringen zu können. Dass dies als Teil und im Rahmen eines solch offiziellen Empfanges geschieht, verdeutlicht und unterstreicht den Stellenwert der Jugendarbeit für unsere dörfliche Gemeinschaft, für unsere Gesellschaft, aber auch den Stellenwert der Aufgabe bei den politisch Verantwortlichen in Verwaltung und im Rat der Verbandsgemeinde.
Herrscht in der Welt der Erwachsenen nicht selten folgendes Bild von Jugend vor: „Die Jugend von heute liebt den Luxus, hat schlechte Manieren und verachtet die Autorität. Sie widersprechen ihren Eltern, legen die Beine übereinander und tyrannisieren ihre Lehrer.“ Ist dieses Pauschalurteil ein Phänomen unserer Zeit? Offenbar Nein, denn so dachte schon der griechische Philosoph Sokrates vor etwa 2.500 Jahren, dem man dieses Zitat in der Überlieferung zuschreibt. Ich bin überzeugt, nach den Eindrücken des heutigen Abends werden Sie mit mir übereinstimmen, dass man unserer Jugend Unrecht tun würde, würde man so undifferenziert urteilen, wie Sokrates dies getan hat.
Nun, „Jugendarbeit“ heute ist als gesetzlicher Auftrag unserer Gesellschaft ausgestaltet: sie ist Teil der „Jugendhilfe“ nach dem Achten Sozialgesetzbuch, dem sog. Kinder- und Jugendhilfegesetz. Jugendarbeit ist ein weiterer wichtiger, ergänzender Bildungsbaustein in der Freizeit der Kinder und Jugendlichen neben Bildung und Erziehung im Elternhaus, Kindergarten, Schule und beruflicher Ausbildung.
Ziel von Jugendarbeit ist es, einen Beitrag zur Persönlichkeitsentwicklung junger Menschen zu leisten. Sie soll an Interessen junger Menschen anknüpfen, sie soll von ihnen mitgestaltet und mitbestimmt werden und daher ist ein wesentliches Merkmal von Jugendarbeit die Freiwilligkeit der Teilnahme.
Pädagogische Zielsetzung: Jugendarbeit soll unter Anderem zur Selbstbestimmung befähigen, Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl aber auch Kommunikations- und Konfliktfähigkeit fördern, zu gesellschaftlicher Mitverantwortung und sozialem Engagement anregen und hinführen.
Die Alterszielgruppe sind alle Kinder und Jugendliche unter 27 Jahren, hauptsächlich zwischen 6 und 18 Jahren und nicht in erster Linie an sog. „Problemgruppen“!
Es gibt Schätzungen, wonach mehr als 90 % der Jugendarbeit in Deutschland ehrenamtlich von Jugendleiterinnen und Jugendleitern geleistet wird. Heute Abend wollen wir in den Blickpunkt nehmen: Die kommunale offene Jugendarbeit in der Verbandsgemeinde Herxheim!
Offene Jugendarbeit bedeutet: Für alle zugänglich! Allgemeine Angebotsformen sind z.B. Freizeiten, Fahrten, Jugendkulturveranstaltungen, aber auch die Bereitstellung und Betreuung von Jugendtreffs und Jugendräumen sowie Präventionsangebote. Lebendige Beispiele von Angeboten und einen Einblick in die vielfältigen Aktivitäten der offenen Jugendarbeit in der Verbandsgemeinde wird Ihnen gleich Frau Annelene Stripecke, die Jugendpflegerin der Verbandsgemeinde, präsentieren. Schon jetzt lade ich Sie sehr herzlich ein, im Anschluss an den offiziellen Teil des heutigen Empfangs den im vergangenen Herbst eröffneten, neuen Treff der Kinder und Jugendlichen in Herxheimweyher gleich nebenan zu besuchen – lassen Sie sich überraschen!
Ich wünsche Ihnen nun interessante Eindrücke über die Jugendarbeit im Detail, im weiteren Verlauf noch einen schönen Abend und viele gute Gespräche!"